UNSER LAGER IST LEER.

Unser Überhang an Spenden wurde durch viele helfende Hände sensationell schnell aufgearbeitet. Durch unsere Entscheidung für den  Annahmestopp und das große Engagement bewährter und neuer Helfer wurde aus „Land unter“ wieder „Durchblick“. Dafür sind wir sehr dankbar. Wir hatten angekündigt, dass der Annahmestopp ca. 14 Tage dauert. Mit dieser Vorhersage lagen wir genau richtig. Ab sofort nehmen wir wieder Waren an.

Dann stand als nächstes die Abholung unserer Lagerbestände an. Unser Kooperationspartner aus Marburg kam über 500 Kilometer mit dem LKW nach Friesenheim und wir konnten 320 Bananenkartons mit Bekleidung für Erwachsene, Kinder und Jugendliche, Schuhe, Geschirr und Haushaltswaren sowie Säcke und Koffer gefüllt mit Wolldecken, Kopfkissen und Oberbetten einladen. Wir hatten unsererseits ein vierköpfiges Helferteam organisiert und erfahrungsgemäß mit einem Team der Abholer von 4-6 Personen gerechnet. Aus unterschiedlichen Gründen schrumpfte das Team auf die im Foto abgelichteten Personen. Wir sind dankbar, dass dennoch alles bewältigt  wurde und nun auf die Reise in die durch die Antiochia-Gemeinde unterstützten Regionen geht.
Die Spenden gehen zunächst ins Hauptlager der Gemeinde in Vladimirescu im westlichen Rumänien. Von dort wird die Region Arad und Temesvar versorgt. Außerdem wird auch die Region Siebenbürgen in Sibiu/ Hermannstadt mit Sachspenden gefördert.  In der Westukraine ist ein weiterer Einsatzbereich außerhalb des gefährlichen Kriegsgebiets. Zudem werden strukturschwache, ländliche Gebiete in der Slowakei, Tschechien und dem früheren Jugoslawien unterstützt. Die Spenden werden durch die Gemeinde direkt vor Ort verteilt. Durch die über Jahre gewachsenen, persönlichen Kontakte vor Ort ist ausgeschlossen, dass sich nichtbedürftige Menschen als Zwischenhändler bereichern und sich damit die Kluft zwischen Arm und Reich in den genannten Regionen vergrößert.

 

das Team fürs Verladen...

...der vollgepackte Transporter...

...die angekommen waren im Lager in Vladimirescu im westlichen Rumänien.

 

ERSTER TAG NACH DEM ANNAHMESTOPP

Es war klar, dass nach den Betriebsferien im August und dem danach sehr zeitnah ausgesprochenen Aufnahmestopp im September sehr viele Spenden im Monat Oktober auf uns zukommen würden. Wir haben auf verschiedenen Wegen darüber informiert, dass wir ab Freitag, den 2. Oktober wieder Spenden annehmen. Viele Spender haben sich telefonisch das o.k. zum Anliefern geholt. Das zeigt, dass durch die Presse, den Blickpunkt (unser Amtsblatt für die Großgemeinde Friesenheim) sowie unsere Homepage nicht alle Menschen erreicht werden.
Das Freitagsteam hat, trotz minimaler personeller Besetzung, den Ansturm an Spenden bewältigt. Wir durften im Kassenbereich Geschichten erleben, die wir einfach teilen wollen.
Zunächst kaufte eine Kundin aus unserer Vitrine mit besonderen Kostbarkeiten ein versilbertes mehrteiliges Besteck sowie einen edlen Porzellanteller. Sie erzählte beim Bezahlen, dass wir sehr schöne Sammelteller im Schaufenster hätten. Die Kundin berichtete, dass sie diese Teller bereits besäße. Es dauerte keine 5 Minuten und sie stand abermals an der Kasse mit der Bitte, diese Sammelteller kaufen zu wollen. Schließlich sei ja Weihnachten nicht mehr weit und  sie möchte die Teller gerne verschenken.
Seit einigen Wochen haben wir eine alte mechanische Olympia Monica Schreibmaschine im Schaufenster stehen. Am Freitag kam eine Kundin in den Laden mit der Bitte, mal damit schreiben zu dürfen. Nach dem Test äußerte sie den Wunsch, zunächst mal zu prüfen, ob es noch Schreibbänder für die Maschine gäbe. Genau in diesem Moment ging ein Telefonanruf einer anderen Kundin ein, die die Schreibmaschine unbedingt kaufen wollte. Ich erzählte ihr, dass gerade eine Kaufinteressentin vor mir stünde. Auf die Frage nach dem Kaufpreis, kam ein Verkaufsangebot, das um ein mehrfaches über dem mit der Kundin vor Ort vereinbarten Preis lag. Plötzlich äußerte zudem eine weitere Kundin vor Ort, eine Mutter mit ihrer Tochter, Interesse an der Schreibmaschine. Somit hatten wir innerhalb weniger Minuten drei Interessenten für diesen Artikel. Die Schreibmaschine ging aus unserer Sicht total unter Wert über die Theke. Aber alle direkt und indirekt Beteiligten hatten eine sehr intensive und gute Beziehung und sehr viel Spaß miteinander.